
Angeln ist ein beliebtes Hobby. Doch bevor man die Rute auswirft, sollte man wissen, welche rechtlichen Grundlagen gelten. Begriffe wie Angelkarte, Fischereischein, Fischereipatent oder Fischereikarte sorgen oft für Verwirrung. In diesem Artikel klären wir die Unterschiede und zeigen, wie das Fischereirecht in der Schweiz funktioniert.
Was ist eine Angelkarte?
Die Angelkarte, auch Erlaubniskarte oder Angelerlaubnis genannt, ist die Zustimmung des Gewässereigentümers oder Gewässerbewirtschafters, dass man in einem bestimmten Gewässer angeln darf. Sie ist meist zeitlich begrenzt und wird als Tages-, Wochen- oder Jahreskarte ausgegeben. Die Angelkarte enthält oft spezifische Regeln wie Fanglimits, Schonzeiten oder Gerätevorschriften.
Was ist ein Fischereischein (Angelschein)?
Der Fischereischein ist vergleichbar mit einem Führerschein fürs Angeln. Er bestätigt, dass man die nötigen Kenntnisse im Umgang mit Fischen und Gewässern besitzt. In Deutschland ist der Fischereischein in fast allen Bundesländern Pflicht. Er wird nach einer theoretischen und praktischen Prüfung ausgestellt und ist Voraussetzung für den Erwerb von Angelkarten.
In der Schweiz gibt es keinen einheitlichen Fischereischein wie in Deutschland. Stattdessen wird ein sogenannter Sachkundenachweis (SaNa) verlangt. Dieser bescheinigt, dass man über grundlegende Kenntnisse im tierschutzgerechten Umgang mit Fischen, über gesetzliche Vorschriften und über nachhaltige Fischereipraktiken verfügt. Der SaNa ist in vielen Kantonen Voraussetzung für den Erwerb eines Fischereipatents, insbesondere bei Monats- oder Jahreslizenzen. Für Tagespatente ist er oft nicht zwingend erforderlich, wird aber zunehmend auch dort verlangt.
Der SaNa wird durch einen Kurs mit Erfolgskontrolle erworben. Wer bereits einen Fischereischein aus Deutschland, Österreich oder Liechtenstein besitzt, kann diesen unter bestimmten Bedingungen in einen schweizerischen SaNa-Ausweis umwandeln.
Was ist eine Fischereikarte?
Die Fischereikarte ist ein Begriff, der in der Schweiz manchmal synonym mit dem Fischereipatent verwendet wird. In einigen Kantonen wird sie zusätzlich zu anderen Dokumenten ausgestellt. Sie dient zur Kontrolle oder als Nachweis für Pächter von Fischereirevieren und kann auch Informationen über Fangstatistiken oder Gewässernutzung enthalten.
Was ist das Freiangelrecht?
Ein Sonderfall in der Schweiz ist das sogenannte Freiangelrecht. Es erlaubt das Fischen ohne Patent, aber nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen. Meist ist das Angeln nur vom Ufer aus und mit einfachen Geräten erlaubt. Dieses Recht gilt in bestimmten Seen wie dem Zürichsee oder dem Bodensee und ist kantonal geregelt.
Fischereirecht in der Schweiz: So funktioniert es
Bundesgesetz und kantonale Regelung
Die Fischerei in der Schweiz wird durch das Bundesgesetz über die Fischerei geregelt. Es dient dem Schutz der Fischbestände und ihrer Lebensräume und fördert eine nachhaltige Nutzung. Die konkrete Umsetzung erfolgt jedoch durch die Kantone. Jeder Kanton hat eigene Regeln und Lizenzsysteme, die sich teilweise stark unterscheiden.
SaNa-Ausbildung als Voraussetzung
Wer in der Schweiz fischen möchte, muss in vielen Kantonen die sogenannte SaNa-Ausbildung absolvieren. SaNa steht für Sachkunde-Nachweis. Die Ausbildung vermittelt Grundwissen über Fischarten, Tierschutz, Fischereirecht und ökologische Zusammenhänge. Sie ist oft Voraussetzung für den Erwerb eines Fischereipatents.
Patentgewässer und Pachtgewässer
In der Schweiz gibt es zwei Hauptarten von Gewässern:
Patentgewässer sind öffentlich zugänglich. Hier kann man mit einem kantonalen Patent fischen, sofern man die Voraussetzungen erfüllt.
Pachtgewässer sind an Vereine oder Privatpersonen verpachtet. Diese geben eigene Fischereikarten aus und legen individuelle Regeln fest. Oft ist eine Mitgliedschaft im Verein erforderlich.
Fazit: Gut informiert ans Wasser
Wer in der Schweiz angeln möchte, sollte sich vorher genau über die kantonalen Vorschriften informieren. Ob Freiangelrecht, Fischereipatent oder Pachtgewässer – die Unterschiede sind entscheidend, um legal und nachhaltig zu fischen. Mit dem richtigen Wissen steht dem Fang des Lebens nichts mehr im Weg.