Angeln in der Schweiz

Angeln weckt bei vielen von uns Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit, vielleicht eine Rückbesinnung auf weniger komplizierte Zeiten oder vielleicht eine friedliche Gemeinschaft mit der Natur. Die Reise in ein neues Land und die Navigation durch die unzähligen komplexen Vorschriften ist schwierig genug, aber für ein Land wie die Schweiz gilt das doppelt. Mit einem der strengsten Tierrechtsgesetze der Welt gelten für Schweizer Fischer besonders hohe Standards, wenn es um den Umgang mit Fisch geht. Sobald Du jedoch weisst, was erlaubt ist und was nicht, bietet die Schweiz einige der denkwürdigsten und malerischsten Angelerlebnisse der Welt.

Je nach Kanton gelten andere Vorschriften, bitte erkundige Dich vorgängig über die Bestimmungen im jeweiligen Kanton.

Angelschein in der Schweiz erwerben

Der Angelschein wird je nach Kanton auch Fischereipatent oder Fischereikarte genannt. Viele Kantone verpachten ihre Gewässer an Private, Vereine oder Pachtgesellschaften, welche dadurch das Recht erwerben, das Angeln an den gepachteten Gewässer auszuüben. Diese Pachtgesellschaften können interessierten Personen sogenannte Angelkarten ausstellen, welche dazu berechtigen, am gewünschten Gewässer die Angelfischerei auszuüben. Demgegenüber kennen einige Kantone das sogenannte Patentrecht, welches die Inhaber eines gültigen Patents das Ausüben der Fischerei entweder an allen Gewässern im Kanton oder an freigegebenen Patentgewässern und Patentstrecken erlauben. In unserem grossen Schweizer Gewässerverzeichnis haben wir viele nützliche Informationen zusammengetragen, welche die einzelnen Vorschriften der Kantone genauer erläutern.

Voraussetzungen zum Angeln in der Schweiz

Die Schweiz kennt ein strenges Tierschutzgesetz, welches das Wohlergehen und die Würde des Tieres schützt. Auf der Grundlage des Bundesgesetzes über den Tierschutz (Schweizerische Eidgenossenschaft: Tierschutzgesetz) können die Kantone eigene Verordnungen erlassen, welche den Fischfang, die erlaubten Gerätschaften und Fangmethoden genauer definieren. Sowieso muss jeder Sportfischer, welcher in der Schweiz das Angelfischen ausüben will, über einen Sachkundenachweis Fischerei oder einen gleichwertigen ausländischen Nachweis verfügen. In einigen Kantonen werden Kurzzeit Angelscheine (bis zu 30 Tage) auch an Personen abgegeben, welche über keinen Sachkundenachweis (SaNa) verfügen. Die Altersgrenze ist je nach Kanton unterschiedlich. Personen ab 18 Jahren können in allen Kantonen ein Patent erwerben, teilweise schon früher. Einige Kantone kennen auch sogenannte Jugendpatente, welche das Angeln allein oder in Begleitung einer erwachsenen Person mit gültigem Patent ermöglichen.

Ein gültiger Sachkundenachweis Fischerei (SaNa) oder ein vergleichbarer ausländischer Nachweis ist zur Ausübung der Fischerei nötig.

Bemerkenswerte Seen und Flüsse

Die Fülle an bemerkenswerten Seen und Flüssen macht die Schweiz zu einem fantastischen Ziel für Angler. Ob es sich um einen Zander im Lago Maggiore oder eine schwer fassbare Forelle rund um Zermatt handelt – Angeln in der Schweiz ist eine besondere Erfahrung. Die Bergseen im Kanton Graubünden sind ein grossartiger Ort für das Angeln.

Fast überall findet man Forellen- und Saiblingsarten, an vielen Stellen auch Hecht, Barsch und Felchen. Es gibt viele Seen in der Nähe von Davos in Graubünden und viele Bäche voller Äschen. Genehmigungen (Patent, Angelschein, Fischereikarte) sind unerlässlich – Man erhält sie im Internet, in den örtlichen Tourismusbüros oder an anderen Ausgabestellen. Jeder Kanton hat andere Regeln, die du vor der Anreise in unserem Gewässerverzeichnis nachschlagen kannst. Teilweise gibt es auch Orte, an denen man Ausrüstung mieten kann. Besonders für Anfänger ist das Auswerfen des Hakens mit einer Mietausrüstung so einfach wie nie. Bleibe in Vitznau oder Weggis, um im Vierwaldstättersee zu fischen, wo Du dank des Freiangelrechts keine Genehmigung benötigst.

Die Flüsse und Bäche in der Schweiz, besonders die in höheren Lagen, bieten tolle Angel-Möglichkeiten. Die Flüsse sind sauber und kalt, nur wenige menschliche Spuren sind sichtbar. Diese Gewässer sind im Allgemeinen ziemlich klein, sehr kalt und die Bäche haben ein ziemlich steiles Gefälle. Der Zugang kann einfach oder schwierig sein – je nach Deinen Vorlieben und der Fähigkeit zu wandern oder zu klettern. Wie überall, die Besten Orte zum Angeln muss man sich erarbeiten und findet man oft an den besonders schwer zugänglichen Stellen.

Gutes Forellenangeln erfordert etwas Planung, das Studium topografischer Karten und Strassenkarten, Dein eigenes Transportmittel (ein Auto oder öffentliche Verkehrsmittel), genaue Ausrüstung und Kenntnisse der örtlichen Wetter- und Wasserbedingungen – ganz zu schweigen von einem gültigen Angelschein.

Als Ergebnis der Naturschutzbemühungen sind viele Angelbäche in der Schweiz nur ausserhalb der Schonzeiten zum Angelfischen geöffnet.

Viele Flüsse werden von Gletschern gespeist und neigen dazu, im Frühjahr Schneeschmelze zu transportieren. Starke Strömungen erschweren den Zugang und machen die Bergbäche unberechenbar. Die Schneeschmelzsaison ist sehr variabel und hängt von Wetter und Temperaturen ab. Nach kühlen Nächten findest Du möglicherweise bereits im März/April geeignete Bedingungen.

Neben der herausragenden Landschaft und der meist einfachen Erreichbarkeit, ist es die Gewässervielfalt der Schweiz, die jedes Mal aufs Neue überrascht. Der grösste Teil des Angelns in der Schweiz konzentriert sich auf Forellen, aber man sollte sie nicht nur als eine Art betrachten. Neben der Unterscheidung zwischen Bach- und Regenbogenforelle gibt es auch die schwer fassbare Tigerforelle. Letztere lebt insbesondere im Fluss Doubs, aber auch in anderen Bächen der Nordschweiz. Ihr tigerähnliches Muster und ihr aggressives Fressverhalten sind einzigartig. Ausserdem gibt es riesige Seeforellen, die bereits im August bis Januar Laichzeiten haben.

Neben der Forelle gibt es in der Schweiz verschiedene andere Fischarten, auf die das Angeln ausgerichtet ist. Barsch, Hecht, Döbel, Barbe und Äsche sind nur einige davon. Besonders das Angeln auf Äsche hat sich in den Herbst- und frühen Wintermonaten hervorragend bewährt, um die Zeit während der Schonzeit der Forellen zu überbrücken.

Eine weitere Tatsache, die für ausländische Besucher von entscheidender Bedeutung ist, Du wirst fast überall Menschen finden, die Englisch sprechen können. Auch wenn die Schweizer im Allgemeinen eher introvertiert sind, helfen sie Dir gerne, wenn sie höflich gefragt werden. Darüber hinaus ist das Patensystem in bestimmten Kantonen ziemlich einfach und bietet Online-Tageslizenzen an (z.B. Kanton Bern). In vielen anderen Teilen der Schweiz können Sie Tageslizenzen bei bestimmten Geschäften vor Ort erwerben. Aufgrund des föderalistischen Systems mit 26 Kantonen hat die Schweiz jedoch keine nationale Lizenz, die es erlaubt, überall zu fischen. Stelle also immer sicher, dass Du angeln darfst.

Nicht zuletzt geht es beim Angeln um die Erfahrungen, die Du gemacht hast. Warum das Angeln in der Schweiz besonders ist, liegt vor allem an den vielen unvergesslichen Momenten, die Du mit anderen Angelfreunden in der beeindruckenden Natur machst.

Das Angeln in der Schweiz bietet vielfältige Möglichkeiten, verschiedenste Fische in fast allen Gewässern – ausser Salzwasser – zu fangen. Ausländische Besucher können von einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrssystem profitieren, das es ermöglicht, auch abgelegene Gebiete zu erreichen und sich dennoch von englischsprachigen Einheimischen beraten zu lassen. Darüber hinaus ermöglicht das Lizenzsystem – obwohl es kompliziert ist – den einfachen Erwerb einer Tageslizenz zum Angeln in bestimmten Gewässern.

Der wichtigste Faktor, warum das Angeln in der Schweiz so besonders für viele ist, bleibt jedoch die atemberaubende Landschaft.

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