Tierschutz und Tierwohl beim Angeln und Fischen

Wenn man an Tierschutz und Tierrechte denkt, denkt man meistens an Landtiere in Massentierhaltung. Dennoch machen Wasserlebewesen den grössten Teil der Tiere aus, die jedes Jahr für Nahrung getötet werden. Im Jahr 2009 wurden schätzungsweise 51 Milliarden Meerestiere für Nahrungszwecke getötet, verglichen mit 8 Milliarden Landtieren.

Die 51 Milliarden Meerestiere enthalten nicht die Anzahl der Meerestiere, die beim Fischfang als Beifang gefangen werden und nicht für den Verzehr geeignet sind, aber trotzdem getötet werden. Auch nicht enthalten sind die Anzahl der Meerestiere, die aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume sterben.

Viele Fischer haben kein Verständnis für den gezielten Fang von Fischen, die ausschliesslich als Präparat zum privaten Gebrauch verwendet werden

Gewässer Hegen und Pflegen

Viele Schweizer Sportfischer betrachten sich selbst als ein Teil der Natur und sind nicht auf der Suche den Fangerfolg dermassen zu optimieren, wie es z.B. in der Hochseefischerei der Fall ist. Vielmehr geht es um die Verbundenheit mit der Natur, die man beim Fischen erfahren kann. Selbstverständlich ist das Ziel eines Angelausflugs der Fangerfolg, jedoch nicht zu jedem Preis. Viele Sportangler können sich mit diesem Ehrenkodex identifizieren:

Sportfischer entnehmen in der Regel nicht mehr Fisch aus einem Gewässer, welchen sie und ihre Familie verzehren können. Es ist nicht im Interesse von Sportfischern, die eigenen Gewässer leer zu fischen, vielmehr ist es ihnen ein Anliegen, die Bestände sicherzustellen. Die Laichzeiten und Laichgebiete werden von seriösen Fischern geachtet und respektiert. Nicht wenige Fischer, die Mitglied in einem Fischereiverein sind, hegen und pflegen die Gewässer in ihrem Einzugsgebiet, besetzten diese mit jungen Fischen und räumen den Müll weg, dem sie auf ihren Ausflügen ans Gewässer begegnen.

Renaturierung

Im Jahr 2011 trat in der Schweiz ein neues Gewässerschutzgesetz in Kraft, welches insbesondere die Gewässer als Lebensraum aufwerten und die negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung vermindern soll. Ein Ziel der Gesetzesänderung ist es, in 80 Jahren nach des Inkrafttretens sollen ein Viertel der rund 14’000 km verbauten Gewässer aufgewertet werden. Und bis 2030 müssen bestehende Wasserkraftanlagen, welche die Fischwanderung beeinträchtigen, die natürliche Geschiebedynamik stören oder künstliche Abflussschwankungen (Schwall/Sunk) im Gewässer verursachen, saniert werden. Teilweise wurden diese Ziele bereits angegangen und umgesetzt, so wurden im Engadin der Inn renaturiert und dadurch eine schöne Landschaft noch attraktiver gemacht.

Schonende Fangmethoden und Fanggeräte

In der Schweiz gibt es zahlreiche Vorschriften bezüglich der Fangmethoden, jeder Kanton regelt diese individuell. Oft sind die Methoden, Angelgeräte und Köder stark reglementiert. Werden die vorgegebenen Methoden und Fanggeräte nicht mutwillig oder unwissentlich missachtet, kann von einer für Natur und Tier möglichst schonenden Angelfischerei ausgegangen werden. Exzesse wie noch 1950, als der Lachs in der Schweiz wegen Überfischung ausgestorben ist, sind heute dank der starken Reglementierung weniger zu befürchten. Wir empfehlen allen Fischern sich an diese Vorgaben zu halten, egal in welchem Gewässer der Welt sie den Angelsport ausüben:

Fische fühlen Schmerzen

Wenn Fische aus dem Wasser gezogen werden, beginnen sie zu ersticken. Ihre Kiemen brechen oft zusammen und ihre Schwimmblase kann aufgrund der plötzlichen Druckänderung platzen. Zahlreiche wissenschaftliche Berichte aus aller Welt bestätigen mittlerweile, dass auch Fische Schmerzen empfinden. Forscher untersuchten die Schmerzrezeptoren der Fische und stellten fest, dass sie denen von Säugetieren auffallend ähnlich waren; Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass „Fische die Fähigkeit zur Schmerzwahrnehmung und zum Leiden haben“.

Destruktive Fischfangmethoden

Von den übliche Wildfangmethoden in der Hochseefischerei mit dem Einsatz von Treibnetzen oder Schleppnetzen ist die Sportfischerei in der Schweiz glücklicherweise weit entfernt. Solche destruktive Praktiken sind für das Leben im Meer sehr schädlich und sorgen dafür, dass die Lebensräume im Meer immer weiter zurückgehen. Technologische Fortschritte haben diese Prozesse in der Vergangenheit noch schneller und effizienter gemacht, leider wurde demgegenüber nur wenig getan, um die Prozesse der Hochseefischerei nachhaltiger und humaner zu gestalten.

Darüber hinaus hat das Fehlen staatlicher und internationaler Regulierung zur Ausbeutung und beinahe zum Aussterben verschiedener Arten aufgrund von Überfischung beigetragen.

Obwohl das nachhaltige Fischereimanagement in den letzten Jahrzehnten durch mehrere Initiativen der Vereinten Nationen erhebliche Fortschritte gemacht hat, ist die Übernutzung der Meeresressourcen nach wie vor weit verbreitet und die Tierschutzprobleme in Fischzuchten weiterhin erheblich sind.

Tatsächlich bleibt Fisch aus Wildfang der letzte grosse Lebensmittelsektor, der wenig bis keine Rücksicht auf den Tierschutz nimmt. Aus überwiegend wirtschaftlichen Gründen konzentrieren sich die derzeitigen Fischereipraktiken darauf, die Effizienz der kommerziellen Fischerei zu maximieren und die Zeit auf See zu minimieren, die erforderlich ist, um die Fangquote des Fischereifahrzeugs zu erfüllen.

Milliarden von Fischen sterben jedes Jahr in Netzen und an Haken. Einige sind für den menschlichen Verzehr bestimmt, viele aber werden nur unbeabsichtigte Opfer, die verstümmelt oder getötet werden, nur weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren und als Beifang in einem Netz gelandet sind.

Was in Bezug auf das Tierwohl falsch am Catch-and-Release-Fischen?

Fische die nach dem Fang freigelassen werden, können unter dem Verlust ihrer schützenden Schuppenschicht leiden, die sie anfällig für Krankheiten, eine gefährliche Ansammlung von Milchsäure in ihren Muskeln, Sauerstoffmangel und Schäden an ihren empfindlichen Flossen und Mäulern macht.

Laut einem Fischereiexperten können Catch-and-Release-Opfer „anfällig für Raubtiere sein, nicht wegschwimmen oder, wenn sie nisten, nicht in der Lage sein, Nesträuber abzuwehren. Einige bewachende Männchen könnten tatsächlich das Nest verlassen.“ Forscher fanden zudem heraus, dass bis zu 43 Prozent der freigelassenen Fische nach dem Fang innerhalb von sechs Tagen starben.

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